MONTESSORI PÄDAGOGIK

 

Warum heutzutage noch Montessoripädagogik? Ist sie überhaupt noch modern? 

Maria Montessori zog ihre Schlussfolgerungen aus ihrem Beobachten. Da sich die Entwicklung der Kinder seit jener Zeit kaum geändert hat, ist die Montessoripädagogik zeitlos. 

Die Montessoripädagogik nützt die natürliche Neugierde und erhält den inneren Antrieb der Kinder.  Die eigene Entwicklungsarbeit muss von den Kindern selbst geleistet werden. Wir, als Erwachsene, können nur versuchen, ihnen die nötige Umgebung dafür zu schaffen. Dazu gehört auch das Setzen von klaren Grenzen,  die für das Zusammenleben und -arbeiten nötig sind. Montessoripädagogik ist kein Laissez-faire-Stil. 

Bildung bedeutet nicht Anhäufen von Wissen, sondern das Bilden einer Persönlichkeit. Bestenfalls wird die Freude am Lernen ein Leben lang erhalten.

Das funktioniert nach einem einleuchtenden Konzept.

Die Pädagogik beruht auf 3 Grundpfeilern:

  • den sensilblen Phasen

  • der vorbereiteten Umgebung

  • der Freiarbeit

Sie stützt sich unter anderem auf die Erkenntnis, dass die kindliche Entwicklung in Entwicklungsabschnitten, den so genannten, "sensible Phasen", verläuft. Man weiß zum Beispiel, dass der Erwerb der Sprache in den ersten Lebensjahren erfolgt. Hat man diesen Zeitraum "verpasst", lässt sich eine Sprache nur mehr schwer und nicht mehr vollständig erlernen. Wenn man daran denkt, wie schwer es ist, als Erwachsener eine Fremdsprache zu lernen und wie spielend leicht man seine Muttersprache erworben hat, wird einem klar, dass Kinder anders lernen - sie saugen die Eindrücke ihrer Umgebung wie ein "Schwamm" auf. Maria Montessori bezeichnete dieses Phänomen den "auditiven Geist".
Die sensiblen Phasen bedeuten also, dass die Kinder in ihren Entwicklungsabschnitten eine besonders große Bereitschaft haben, bestimmte Fähigkeiten zu erwerben. Dies gilt nicht nur für den Erwerb der Sprache, sondern auch für alle anderen Bereiche, sei es bei der Motorik (Greifen, Gehen, Schütten, Löffeln, ...), beim mathematischen Denken (räumliches Vorstellungsvermögen, Erkennen von Merkmalen, Größen, Längen, Schätzvermögen), Lesen u.s.w.

Um diese Abschnitte der kindlichen Entwicklung bestmöglich zu nützen, entwickelte Maria Montessori die "Montessorimaterialien". Sie ermöglichen ein Lernen mit allen Sinnen, vor allem ein "be-greifendes" Lernen.

In der "vorbereiteten Umgebung" stehen den Kindern jederzeit griffbereit diese Materialien zur Verfügung, die sie für ihre Entwicklung brauchen.

Sie sind ansprechend für die Kinder, sind in verschiedenen Schwierigkeitsgraden vorhanden und beinhalten meistens die Möglichkeit zur Selbstkontrolle. 

In der "Freiarbeit" wählen die Kinder selbst aus, mit welchen der Materialien sie arbeiten wollen. Das bedeutet für sie, dass sie lernen, selbst einzuschätzen, wo sie stehen und was sie interessiert, um darauf aufbauend, möglichst selbstständig zu arbeiten. In so einer Gemeinschaft haben die Kinder viel Gelegenheit für soziales Lernen, da sie miteinander arbeiten, sich gegenseitig helfen, Gruppen bilden,  lernen die Grenzen des anderen zu respektieren, Regeln anerkennen und einhalten, eigene Bedürfnisse artikulieren, u.s.w.

Als Leitsatz für die Montessoripädagogik kann der Satz, den ein kleines Mädchen zu Maria Montessori gesagt hat, angesehen werden:

"Hilf mir, es selbst zu tun!"