SENSORISCHE INTEGRATION

Was ist Sensorische Integration

Sensorische Integration bedeutet das Zusammenspiel aller Sinne und nimmt seinen Anfang bereits sehr früh im Mutterleib. Zusammenspiel aller Sinne heißt, Ordnen von Empfindungen und Reizen, so dass der Mensch auf bestimmte Stimuli und Situationen adäquat reagieren und handeln kann.

Die Amerikanerin Jean Ayres beschrieb in ihrem Buch Sensory Integration and the Child die Grundlagen der Sensorischen Integration. Dr. Inge Flehmig (Deutschland, Hamburg) setzte diese Arbeit fort. Jean Ayres forschte über die frühe Entwicklung des Nervensystems. Sie ging davon aus, dass drei bestimmte Sinnessysteme ihre Arbeit im Uterus als erstes aufnehmen. Diese drei Sinnessysteme nannte sie die Basissinne. Sie bilden die Grundlage für das komplexe Zusammenspiel der Sinne.

Diese Systeme sind:

  • das vestibuläre System = Gleichgewicht

  • das taktile System = System der Haut, Exterozeption

  • das propriozeptive System – System der Tiefenwahrnehmung oder Eigenwahrnehmung

Jean Ayres nennt diese Sinne auch Nahsinne. Die Fernsinne sind alle restlichen Sinne, die erst später aktiv werden.

Die später erworbenen Fernsinne sind:

  • das Hören (auditives System)

  • das Riechen (olfaktorisches System)

  • das Schmecken (gustatorisches System)

  • das Sehen (visuelles System - nimmt als letzter Sinn seine Arbeit auf)

Diese sieben Sinne bilden die Basis für die gesamte Entwicklung. Sie sind mit allem, was wir später erwerben vernetzt. 

Stellen Sie sich vor, dass die Sinne das Fundament eines Hauses bilden und die einzelnen Entwicklungsschritte wie Bausteine darauf aufbauen. So wird es klar, dass das gesamte Gebäude wackelig steht, wenn das Fundament Lücken und Risse aufweist. In der Sensorischen Integration verbessert man nicht die wackeligen Bausteine, sondern stärkt die Basis, um darauf erneut aufzubauen. 

Die Sensorische Integration verändert den Blickwinkel

Wir alle kennen einen Zappelphilipp. Mit dem Background der Sensorischen Integration, weiß man, dass es keinen Sinn man, dieses Kind zum Stillhalten  aufzufordern. Es könnte dies zwar für kurze Zeit, doch es würde ihm viel Anstrengung kosten. Sein Nervensystem ist im Bereich des Gleichgewichts unterversorgt. Es sucht sich die Sinnesnahrung, die es braucht, genauso wie Essen, Trinken und Atmen, um seine Aufmerksamkeit zu erhöhen und um sich wohler zu fühlen. 

Für wen ist Sensorische Integration geeignet

  • für Kinder mit Wahrnehmungsdefiziten

  • für Kinder mit motorischen Einschränkungen

  • für Kinder mit Autismusspektrumstörung

  • für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen

Eigentlich sind die Materialien und Übungen der Sensorischen Integration für alle Kinder ansprechend und interessant. Die meisten haben sehr viel Spaß dabei. Da sie stets dort abgeholt werden, wo sie sich sicher fühlen, stärkt die Sensorische Integration auch das Selbstbewusstsein.

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